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"Sei fröhlich, tu Gutes und lass die Spatzen pfeifen!” (Don Bosco)

Der Nagelschmidt.


kowalEs war einmal ein frommer Nagelschmied, der hatte einen ungeratenen Sohn, der ihm ein blutiges Herzleid nach dem andern machte. Jedesmal, wenn er eine neue Sünde von dem Sohne hörte, nahm er einen Nagel und schlug ihn in die Tür. Da kam ein Nagel neben den anderen, und die Tür war dicht besät. Davon hörte der Sohn in der Fremde, und er ging in sich und schrieb einen Brief voll Reue an den Vater. Da zog der Nagelschmied den ersten Nagel heraus, und jedesmal, wenn er wieder etwas Gutes hörte von seinem Sohne, zog er einen Nagel heraus; und als der Sohn heimkehrte als ein braver Mann und ihm ein guter Sohn wurde und die Freude seines Vaters im Alter und ihm alles tat, was er ihm an den Augen absehen konnte, da ward auch der letzte Nagel herausgezogen, und der Vater führte ihn voll Freude an die Tür und zeigte ihm, wie nun auch der letzte geschwunden wäre. „Ja, “ sagt der Sohn, „lieber Vater, die Nägel sind heraus, Gott Lob und Dank; aber, aber“- und dabei weinte er bitterlich, „die Löcher in der Tür sind geblieben.“

Emil Frommel

 

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